Zero Waste mit Kindern auf dem Land

Inzwischen ist Zero Waste, Plastikfrei und generell Nachhaltigkeit ja freudigerweise ein gängiges Gesprächsthema. Das ist auch gut so, denn so wie die Menschen bis jetzt mit unserem Planeten umgehen, so kann es einfach nicht weitergehen. Doch wie kann man all die Ratschläge im Alltag umsetzen? Als Familie mit kleinen Kindern? Mit geringem Budget oder wenn man nicht einfach neben einem Unverpackt Laden wohnt?

Natürlich kann man dann einfach frustriert resignieren. Die Umstände sind halt nicht entsprechend, komplett richtig machen kann man es eh nie. Also einfach weitermachen wie bisher, schließlich kann man ja als einzelne Person/ Familie sowieso nichts ausrichten?

Und genau da liegt der Knackpunkt. Auch ich finde es z.B. schwierig hier auf dem Land mit kleinen Kindern komplett auf Plastik zu verzichten, aber dennoch versuche ich mein möglichstes und möchte meinen Kindern wenigstens ein Bewusstsein für dieses Problem mitgeben. Mir ist schon klar, dass wir es nicht schaffen nicht schaffen komplett auf Müll und Verpackungen zu verzichten, aber etwas reduzieren reicht doch schon. Unnötiger Perfektionismus ist hier wie in so vielen anderen Bereichen nicht unbedingt förderlich. Jeder macht das, was er kann.

Meine Tipps zum Müll vermeiden:

  • Ich habe immer, wenn wir unterwegs sind Wasser dabei. Ich benutze gerne die Emilflaschen und wir haben nur gute Erfahrungen damit gemacht in den letzten Jahren. Sind wir länger unterwegs oder müssen länger fahren, gibt es zusätzliche Snacks. So ist die Versuchung nicht zu groß eben eine Plastikflasche Wasser zu kaufen oder beim Bäcker zu halten.
  • Beim Einkaufen benutze ich wiederverwendbare Beutel für loses Obst und Gemüse, so muss ich nicht die kleinen Plastiktüten verwenden. Habe ich die Wahl, kaufe ich immer die Sachen lose ein. Inzwischen bekomme ich auch einmal die Woche frische Ware nach Hause geliefert von einer regionalen Biokiste. Ich habe immer in jeder Tasche mindestens einen extra Beutel verstaut, damit ich keine Plastiktüten zum Transport benötige. Körner zum Backen kaufe ich im Bioladen in Papiertüten. Manchmal muss man zwar etwas suchen, aber oft findet sich eine Alternative.
    Wenn unser Garten fertig ist, möchten wir auch etwas Gemüse und Obst selber anbauen, mal sehen wie das dann so klappt.
  • Im Badezimmer gibt es zahlreiche Möglichkeiten auf Wegwerfprodukte zu verzichten. Es gibt waschbare Abschminktücher, waschbare Einlagen und die Menstruationstasse für die Monatshygiene der Frau und normale Waschlappen anstatt Feuchttücher für die Kinderpflege. Die Liste lässt sich beliebig fortführen. Zum Duschen nehme ich inzwischen lieber Seifen anstatt Duschgel in Plastikflaschen etc.
  • In der Küche gibt es auch zahlreiche Möglichkeiten unnötigen Müll zu vermeiden. Plastikdosen kaufe ich seit längerer Zeit nicht mehr, wenn die Kinder etwas brauchen, gibt es Brotdosen aus Edelstahl. Spülschwämme aus Plastik wurden abgeschafft und gegen eine normale Bürste sowie Baumwollspüllappen eingetauscht. Beim Pulver für die Geschirrspülmaschine testen wir uns noch durch auf der Suche nach einer Rezeptur, die richtig sauber macht. ( Wer eine hat, bitte her damit!) Frischhaltefolie versuchen wir ebenfalls stark einzuschränken und seit neustem benutzen wir Bienenwachstücher. Da sie anscheinend etwas aufwendiger in der Herstellung sind, habe ich mir ein Set zur Probe gekauft um zu sehen, wie wir damit zurecht kommen. Wir sind sehr angetan davon, sogar mein Mann benutzt sie jetzt sehr gerne.

Dies sind zwar nur wenige Punkte, doch wenigstens machen wir etwas. Ich freue mich, dass z.B. die Bienenwachstücher für die Kinder inzwischen normal sind. Dass sie wissen, dass wir versuchen nicht zuviel Müll zu machen. In meiner Kindheit, bzw. bis vor ein paar Jahren,  habe ich mir nie über solche Dinge Gedanken gemacht und es ist gut, dass inzwischen so viele Menschen ein paar Dinge berücksichtigen. Das ist auf jeden Fall der richtige Weg!

Meine Bienenwachstücher, sowie ein Seifensäckchen habe ich übrigens online gekauft. Ich habe eine der Betreiberinnen in den sozialen Netzwerken kennengelernt und fand die Idee des kleinen Onlineshops total toll. So etwas unterstütze ich gerne! Die Produkte habe ich übrigens selber gekauft und wurde nicht gesponsert 😉

Falls ihr noch mehr Tipps habt, oder Blogartikel über dieses Thema geschrieben habt, so verlinkt es mir gerne in den Kommentaren.

Alles Liebe <3

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