Vegan oder Nichtvegan…

… ist das hier die Frage?

mit diesem Text habe ich mich sehr schwer getan. Vor nun etwa 4 Jahren habe ich aufgrund meiner Neurodermitis meine Ernährung umgestellt. Ich aß komplett vegan, meine Haut wurde besser und ich fühlte mich gut. Auch in der Schwangerschaft und der darauffolgenden Stillzeit ernährte ich mich vegan, ich hatte mich gut informiert und ich hatte nie irgendwelche Mängel oder Probleme.

Ich fand die vegane Szene immer sehr spannend, jung und modern. Aber leider zum Teil auch etwas radikal. Mein Mann und meine Kinder lebten nicht vegan. Sie aßen Fleisch (wenn auch nur ab und an auswärts), Milchprodukte und Eier. Mein Sohn hat oft Wolle-Seide-Klamotten getragen und Bienenwachskerzen waren auch in meinem Haushalt zu finden. Damit waren wir natürlich raus!

An einem Sonntag Morgen fing ich dann an nach zum Frühstücksei der Kinder zu schielen. Bei uns gibt es immer ein Sonntagsfrühstücksei und irgendwann wollte ich auch eins. Erst zweifelte ich, ob ich das wohl tatsächlich hinunter bekommen kann, doch tatsächlich schmeckte es mir richtig gut! Und vertragen habe ich es auch. So aß ich seit dem Zeitpunkt einmal die Woche wieder ein Ei!

Genauso entwickelte es sich ganz langsam mit dem Käse. Ich habe immer Mozzarella geliebt und es dann einfach versucht. Meine Haut hat zum Glück nicht reagiert und ich habe es sehr genossen. Das regte mich zum Nachdenken an.

Essenslust vs Gewissen

Dadurch bin ich wieder auf den Geschmack gekommen. Ich habe ab und an Feta auf einen Auflauf gestreut und tatsächlich eine Pizza mit Käse gegessen. Doch sagen wollte ich es erst noch niemanden. Ich hatte Bedenken, dass ich meine Mitmenschen zu sehr verwirre, wenn ich diese Lebensmittel nach einiger Zeit vielleicht doch wieder streiche. Besonders diejenigen, bei denen ich ab und an esse. Ich wusste schließlich noch gar nicht genau, ob meine Haut nicht doch noch reagiert oder ich vielleicht einfach weiterhin vegan essen wollte.

Und dann war da natürlich noch die Gewissensfrage. Ich bin damals nicht nur aus moralischen Gründen Veganerin geworden, trotzdem hat mich das Tierleid nie kaltgelassen. Ganz im Gegenteil, das ist zum Beispiel einer der Gründe, warum es für mich absolut nicht in Frage kommt Fleisch zu essen! Ich habe sehr lange über diese Problematik nachgedacht, bis ich für mich eine passende Lösung gefunden habe.

Ich kann es für mich vertreten ab und an ein Ei oder ein Stück Käse zu essen, wenn die Herkunft stimmt. Ich informiere mich genau, wo was herkommt, wie es den Tieren dort geht und ich bezahle auch gern etwas mehr für ein Stück Käse oder ein Ei. Zudem ist es für mich immer noch etwas besonderes. Wir futtern es nicht einfach so weg, sondern essen bewusst und genießen es dann auch, ganz ohne schlechtes Gewissen.

Trotzdem koche ich noch die meiste Zeit vegan. Meine Kochwelt hat sich in den letzten Jahren um so viele wahnsinnig tolle Rezepte erweitert, da will ich einfach nicht drauf verzichten!  Auch Kuhmilch wird es in meinem Kühlschrank nicht geben, wir bleiben bei der Hafermilch.

Flexigan?

Eine Zeitlang fragte ich mich, was ich denn nun eigentlich bin. Ich bin keine richtige Veganerin, richtig vegetarisch bin ich irgendwie auch nicht… Aber wer sagt denn das ich irgendwas sein muss? Dann bin ich halt Flexigan und lockere meine mir selbst auferlegten Essensregeln.

So gerne würde ich alle möglichen Aspekte einer gesunden Ernährung berücksichtigen. Ich würde gerne nur Lebensmittel benutzen, die regional, saisonal, aus biologischen Anbau kommen und keine Zusatzstoffe enthalten. Keine Weißmehle, keinen Industriezucker, keine Farbstoffe, kein Palmöl sowie nichts verwenden, das gentechnisch verändert wurden oder eine Allergie bei mir auslöst…

Doch im Endeffekt fühle ich mich dadurch nur gestresst und demotiviert. Weil es anstrengend ist und sehr frustrierend, wenn nach ein paar Wochen z. B. der neue heiß geliebte Aufstrich aus dem Bioladen eine Schadstoffbombe ist. In meinem Kopf schwirren dann nur noch Nährstoffe herum und die Lust am Essen bleibt auf der Strecke. Dabei ist das genau das, was ich vermeiden möchte. Essen soll Freude machen und natürlich auch gesund sein. Also ist es vielleicht besser meinen Perfektionismus in dieser Hinsicht etwas herunterzuschrauben und mehr nach dem zu gehen, was mein Bauch mir sagt.

Wie sieht es bei euch aus? Ernährt ihr euch vegan, vegetarisch oder esst ihr alles? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar!

Alles Liebe <3

 

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