Die schlechte Laune Spirale…

…und wie wir wieder rauskommen

Es gibt so Tage, da wünscht man sich schon direkt nach dem Aufstehen dass der Tag schon vorbei wäre. Das Gezanke beim Frühstück zerrt an den Nerven, die gefühlt unzähligen Sonderwünsche beim Anziehen strapazieren die Geduld und die Lust auf Diskussionen ist auf dem Nullpunkt. Die Stimmung geht über auf die Kinder und rucki zucki steckt man drin, in einer schlechten Laune Spirale. 

Woher kommts?

Abends liege ich dann im Bett und frage mich, wie dieser Tag so schief laufen konnte. Ich hatte so viele Pläne, so viele Dinge auf meiner To Do Liste, die abgehakt werden wollten. Ich musste Telefonate führen, Entscheidungen treffen, die Kinder wollten mit mir am liebsten die ganze Zeit spielen und die Steuererklärung macht sich ja auch nicht von alleine. All diese Dinge sollten am Besten sofort erledigt werden. Kein Wunder, dass ich da lieber liegen bleiben möchte.

Die Kinder spüren das natürlich und reagieren dementsprechend. Der Sohnemann macht Krawall und verweigert jede Kooperation, das Tochterkind schimpft mit dem Bruder, wenn der randaliert, das ganze wächst zu einem ordentlichen Geschwisterstreit heran. Die schlechte Laune ist auf dem Höhepunkt!

Die Spirale stoppen

Irgendwann in der letzten Woche hat es bei mir Klick gemacht. Nur ich kann diese Spirale stoppen. Es liegt an mir die Verantwortung für meine schlechte Laune zu übernehmen. Meine To Do Liste kann ich nicht ändern. Viele Punkte müssen einfach erledigt werden. Dennoch kann ich Prioritäten setzen und einige Dinge einfach streichen. Was ich noch ändern kann, ist meine Einstellung. Ich stellte mir die Frage: Bin ich in diesem Augenblick die Mutter, die ich meinen Kindern gerne wäre? Wenn die Antwort nein lautet, dann ist vielleicht der Zeitpunkt gekommen um etwas zu ändern.

Die Frage hat mir sehr geholfen und auf einmal kommen die Lösungsansätze von ganz alleine. In den Stressmomenten war ich fest in meinem Plan versunken und überhaupt nicht flexibel. Jede Abweichung hat mich nur noch mehr genervt. Dabei weiß ich doch eigentlich genau, dass das Leben mit Kindern nicht planbar ist!  Im Nachhinein ärgere ich mich dann über meinen Starrsinn. Ich hätte so viel Stress und Diskussionen vermeiden können, doch ich war so in meiner schlechten Lauen gefangen, dass ich es einfach übersehen habe.

Ich schimpfe mit den Kindern, weil wir in einer Stunde losmüssen und sie sich nicht dreckig machen sollen?
– Was soll’s, ich lasse sie lieber 45 Minuten frei spielen und ziehe sie dann in den letzten Minuten um. So sind sie glücklich und ich erspare mir kräftezehrende Diskussionen!

Ich versuche meine Punkte zu erledigen, gleichzeitig mit den Kindern zu spielen und nebenbei noch zu telefonieren?
– Wenn ich erst ohne Ablenkung mit den Kindern spiele und ihnen wirklich meine Zeit widme, können sie danach für eine Weile auf mich verzichten und ich kann in Ruhe einen Teil meiner Liste abhaken.

Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt und wir kommen aus dem Streiten einfach nicht mehr raus?
– Wir gönnen uns eine Süßigkeit, machen vielleicht eine Folge der Lieblingsserie an und lassen einfach für eine Weile die Seele baumeln. Die Kinder freuen sich immer sehr übers Fernsehen, was es sonst nicht so oft gibt, ich kann einen Tee trinken, kurz durchatmen und danach geht es weiter, ohne Streit.

Nicht noch mehr Druck

Natürlich gibt es manchmal Situationen und Tage, an denen wir nicht aus der Spirale rauskommen. Dann hilft wirklich nur noch eine Nacht darüber zu schlafen und von vorne anzufangen. Wenn zu den gefühlten hundert Aufgaben noch der Druck im Nacken sitzt, jetzt aber sofort gute Laune zu bekommen, ist das nicht förderlich. Ganz wichtig ist für mich auch ab und an etwas Regenerationszeit, einfach nur für mich alleine. Das ist gerade jetzt beim Hausbau und mit unserem kindergartenfreien Sohnemann nicht immer einfach, aber trotzdem wichtig um die Akkus aufzutanken. Schließlich ist man als Mama ja auch nur ein Mensch!

Alles Liebe <3

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