Mein Alltag mit einem kindergartenfreien Kleinkind

Jetzt ist der Sohnemann seit etwa 6 Wochen komplett zuhause und die Zeit fliegt so dahin. Öfters wurde ich inzwischen gefragt, was wir denn so machen den lieben langen Tag lang… Ja, das ist eine gute Frage. Eine spontane Antwort fiel mir darauf nicht ein, aber ich weiß, dass mir definitiv so gut wie nie langweilig ist. Ich habe jetzt mal aufgeschriebe, wie bei uns so ein ganz normaler Tag abläuft.

Und der Tag beginnt…

Seitdem wir nicht mehr um 9 zu der Spielgruppe des Sohnemannes müssen, bleibt der Wecker aus. Diese letzten Monate „ausschlafen“ vor der Schule gönnen wir uns noch und so ist in der Regel bis halb 8 Ruhe bei uns. Die Kinder lieben es morgens zusammen zu spielen und so verziehen sie sich nach dem Aufstehen erstmal in eines der Kinderzimmer. In der Zeit mache ich mich fertig, bereite das Frühstück vor und befülle die Dose für die Snackpause des Tochterkindes. Wenn wir alle angezogen, satt und auch sonst fertig sind, brechen wir gegen halb 10 auf zum Kindergarten. Die Strecke ist kurz und wir gehen sie zu Fuß, bzw. mit dem Laufrad. Wir haben es nie besonders eilig beim Abschied im Kindergarten, der Sohnemann guckt gern noch ein wenig den Kindern beim spielen zu und ich treffe doch immer irgendjemanden zum quatschen.

Nachdem wir das Tocherkind ausgiebig verabschiedet haben, drehen der Sohnemann und ich unsere morgendliche kleine Tour. Zweimal die Woche gehen wir einkaufen, mal in den Park und manchmal begucken wir uns auch nur den Müllwagen oder sonst irgendwas spannendes. Auf jeden Fall sind wir immer gut 1 bis 1,5 Stunden unterwegs, bevor wir uns dann auf den Weg nach Hause machen. Der Sohnemann ist da auch ganz wetterunempfindlich, so brauchen wir diese Zeit auch bei Wind und Wetter. Aber wie heißt es so schön: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung!

Zuhause habe ich dann ein kleines Zeitfenster, in dem der Sohnemann sich selbst beschäftigt. In der Zeit versuche ich etwas im Haushalt zu machen. Meist erweckt das dann sein Interesse und er kommt um zum helfen. Ich finde es schön, dass er helfen will und versuche ich auch gut einzubinden. Dadurch dauert das natürlich alles länger und sauber wird es auch nicht wirklich, aber es gibt ihm ein gutes Gefühl mir zu helfen und ich freue mich über seinen Eifer.

Wenn das erledigt ist, machen wir uns eine Kleinigkeit zu Mittag. Wir essen in der Woche immer Abends alle zusammen, so wird dann erst später groß gekocht. Gegen 12 machen wir dann eine kleine Mittagspause. Er schläft nicht mehr regelmäßig, aber ich versuche mindestens 30 Minuten Ruhezeit einzuhalten. Ab und an schläft er auch noch, dann schnappe ich mir ein Buch und freue mich über meine kurze Pause. Wenn wir aufstehen ist Spielzeit angesagt. Wir bauen, basteln, lesen oder spielen mit den Dinosauriern. Ich biete ihm manchmal eine bestimmte Bastelaktion an, aber ich lasse ihn alleine entscheiden, was genau wir machen. Es gibt so viele Situationen am Tag, an denen er sich fügen muss, da darf er in diesen 1- 2 Stunden bestimmen.

Gegen halb 3 machen wir uns dann auf dem Weg um die große Schwester wieder abzuholen. Zusammen gehen wir dann noch mal eine Runde an der Luft oder auf den Spielplatz.

Am späten Nachmittag kommt dann auch schon immer der Papa nach Hause, der sehnsüchtig erwartet wird. Dann wird nochmal gespielt und ordentlich getobt bevor es dann Essen gibt und wir langsam den Abend einläuten.

Die Zeit rennt…

Die Stunden mit dem Sohnemann sind also gar nicht so lange, wie ich anfangs gedacht habe. Ich möchte gerne noch versuchen ab und an mit ihm schwimmen zu gehen, aber im Moment hat er noch Angst vor dem Wasser. Am Nachmittag versuche ich regelmäßig Verabredungen mit Gleichaltrigen zu machen, damit er nicht immer überall der Kleinste ist und der Kontakt da gegeben ist.

Im Endeffekt kann ich die Frage nach unserem Tag also immer noch nicht mit einem Satz beantworten. Ich mache eigentlich nichts besonders mit meinem kindergartenfreien Kind, aber dennoch haben wir die ganze Zeit etwas zu tun.

Manchmal redet wir noch über seine Zeit im Kindergarten, aber er sagt, dass er doch lieber hier bei mir ist. Ich merke, dass es ihm gut tut, diese Zeit zuhause noch zu haben und ich bin dankbar, dass wir ihm das ermöglichen können. Ich genieße das sehr, wir haben nur selten Termindruck und können uns immer viel Zeit lassen. Trotzdem gibt es Tage, an denen ich am Abend total erschöpft mit den Kindern ins Bett falle. So schön die Zeit zu Zweit auch ist, wir sind halt den ganzen Tag zusammen und Pausen für mich bleiben da einfach gerade auf der Strecke. Ich wünschte mir manchmal schon gerne etwas Zeit um in Ruhe einen Tee zu trinken, mir ein Buch anzusehen oder einfach nur mal alleine im Badezimmer zu sein! Doch ich weiß, diese Zeit ist begrenzt und die für mich doch relative kurzen Spanne der Entbehrung ist mir ein glückliches Kind auf jeden Fall wert!

Alles Liebe <3

 

Kommentar verfassen