Als die Mama ins Krankenhaus musste, oder: wie das Chaos ausbrach

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Ich habe das Gefühl, mein letzter Blogpost ist eine Ewigkeit her. Beim Verfassen kurz vor Ostern bin ich ja bereits krank gewesen, doch ich habe nicht im Mindesten mit dem gerechnet, was daraufhin noch alles folgen sollte.

Hab ich Samstags noch gedacht es geht bergauf, so spürte ich in der Nacht auf den Ostersonntag, dass da etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist. Das Fieberthermometer kletterte über 40 Grad, es setzte Erbrechen und Durchfall ein und in der Früh konnte ich nicht mal den kleinsten Schluck Wasser bei mir behalten. Das Fieber blieb bei 40,5 Grad und ließ sich weder durch fiebersenkende Mittel noch durch Wadenwickel irgendwie beeindrucken. Mein Mann rief den Notarzt, der mich untersuchte und zum Krankenhaus weiterschickte, damit ich eine Infusion bekomme.

In der Notaufnahme sind erstmal alle Ärzte und Schwestern entsetzt vor mir zurückgewichen, da mein Körper voll mit roten Flecken gewesen ist. Diagnose: Scharlach. Ich erwähnte, dass meine Kinder auch krank sind und wir sollten uns alle zusammen in Kinderkrankenhaus vorstellen, wo wir dann alle behandelt werden würden. Im Nachhinein kommt mir das komisch vor, doch zu dem Zeitpunkt mit fast 41 Fieber wollt ich nur noch liegen und konnte nichts mehr hinterfragen.

Im Kinderkrankenhaus war dann auch dementsprechend niemand besonders freundlich zu mir und sie wussten auch gar nicht was ich da wollte. Die Kinder bekamen die gleiche Diagnose gestellt und wurden mit Antibiotika nach Hause geschickt. Kurz kam mir der Gedanke, ob ich jetzt zurück ins erste Krankenhaus müsse, doch der Gedanke an mein Bett war verlockender. Außerdem hatte der Arzt mir vor ein paar Tagen ja Notfallpenicillin aufgeschrieben, das würde ich dann halt nehmen und dann stünde der Genesung nichts mehr im Weg.

Doch das Penicillin hat nicht geholfen, mein Fieber war weiterhin hoch und ich lag nur noch halb ansprechbar im Bett. Ostermontag riefen wir dann wieder den Notarzt, der mir daraufhin direkt eine Einweisung ins Krankenhaus ausstellte und erschrocken war, dass ich nicht bereits längst dort lag.

Im Krankenhaus wurde ich dann auf einem Zimmer isoliert, die Einzelhaltung wurde dann aber noch 24 Stunden aufgehoben. Es wurden noch allerlei Untersuchungen gemacht. Ich hatte noch einen merkwürdigen Ausschlag am Hals und es war nicht so ganz klar, was genau ich jetzt alles habe.

 Leider hatte mein Mann wohl das Pech, sich im Kinderkrankenhaus oder sonstwo noch einen blöden Virus einzufangen. Gegen Ende der Woche bekam er ebenfalls Temperatur und Freitags ging nichts mehr. Da mein Mann zuhause mit ebenfalls kranken Kindern alleine war, war das der Supergau. Ich bekniete meine Ärztin und wurde entlassen, damit mein Mann für eine Nacht ins Krankenhaus konnte.

Im Nachhinein weiß ich gar nicht mehr, wie wir die Tage überstanden haben. Ich war noch total geschwächt, der Papa total krank, die Große hatte auch noch Geburtstag. Unsere Rettung war mein Schwiegervater, der an dem Wochenende für ein paar Tage einsprang.

Als es dem Papa dann wieder besser ging, bekam ich zu Beginn der neuen Woche einen Rückfall. Meine Temperatur stieg wieder an und ich war nicht mehr in der Lage den einfachsten Handgriff auszuüben. Meine Ärztin war sehr besorgt und konnte sich das alles nicht so recht erklären. Sie schickte mich zum HNO, zum Lungenfacharzt und ich war täglich in ihrer Praxis zur Blutentnahme. Als sie mich Mitte der Woche wieder ins Krankenhaus einweisen wollte, sank zum Glück die Temperatur, jedoch waren meine Blutwerte immer noch nicht in Ordnung. Das dauerte nun immer noch ein paar Tage und letzten Mittwoch, nach fast 3 Wochen gab es eine kleine Entwarnung für mich. Ich bin immer noch sehr schwach und muss gut auf mich aufpassen, aber die Werte normalisieren sich. Ich bin auf dem Weg der Besserung.

Die Zeit im Krankenhaus war psychisch sehr schlimm für mich. Meine Kinder waren krank zuhause und vom Sohnemann bin ich bis dahin noch nie für längere Zeit getrennt gewesen. Über Nacht schon gar nicht. Und nun lag ich da, wusste ich wurde zuhause gebraucht und konnte nichts machen, da es mir selber so schlecht ging. Mein Mann hat das total toll gemacht, die Drei haben es alles irgendwie gemeistert und so ging es dann wenigstens den  Kindern nach ein paar Tagen wieder besser.

Ein wenig traurig bin ich darüber, dass es für uns so schwierig gewesen ist,  Hilfe zu bekommen. Der Spruch mit dem Dorf, dass man braucht um ein Kind groß zuziehen kam mir oft in den Sinn und dann die Tatsache, dass wir eben doch nur uns zwei haben um das mit den kleinen Rackern zu regeln. In den ersten Tagen hatten wir uns noch um eine Haushaltshilfe bemüht, doch das war ebenfalls alles sehr frustrierend und ich hatte dann auch keine Kraft mehr um das alles weiterhin zu organisieren.Doch irgendwie musste es gehen. Unsere Nachbarn entpuppten sich als große Unterstützung. Sie kauften ein, gingen zur Apotheke und stellten uns Essen vor die Tür und nahmen uns damit schon mal eine große Sorge ab. Ich weiß nicht, was wir ohne euch gemacht hätten!

Ich bin immer noch erschrocken darüber, dass so ein paar Streptokokken so etwas auslösen können. Ich bin normalerweise nie krank und dann haut es mich so um. Meine Ärztin sagte gestern zu mir, dass ich das vielleicht nicht überstanden hätte, wenn das Penicillin im Krankenhaus nicht gewirkt hätte. Diesen Gedanken muss ich ganz schnell weit weg schieben, zum Glück ist jetzt ja alles gut gegangen und ich befinde mich auf dem Weg der Besserung. Es geht zwar nur langsam voran, aber immerhin passiert etwas.

Uns Vier hat es stärker gemacht, wir halten als Familie zusammen und wissen, egal wie auswegslos eine Situation erscheint, wir finden einen Weg <3

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