Unser Adventskalender- ganz ohne DIY-Wahn

Ich mag die Vorweihnachtszeit und freue mich jedes Jahr darauf. Besonders seitdem meine Kinder auf der Welt sind, hat diese Zeit noch mehr an Zauber gewonnen.

Ich habe damals meiner Tochter bereits im zarten Alter von 9 Monaten  einen Adventskalender gebastelt. Er enthielt  einzelne Duplosteine, liebevoll verpackt und aufgehangen. Im Jahr darauf habe ich einen Kalender genäht, wieder waren mit viel Freude ausgesuchte Kleinigkeiten drin. Mal was für die Badewanne, Stifte, einen Fruchtriegel… In der Adventszeit darauf war ich schwanger und das Brüderchen wurde geboren. Der Adventskalender enthielt diesmal ab und an eine größere Kleinigkeit, ich hatte z.B. ein paar gebrauchte Bücher gekauft und verteilt.

Doch all die Jahre hielt die Freude sich in Grenzen. Sie packte es aus, sah es sich an und es verschwand in den Weiten des Kinderzimmers. Sie beschwerte sich nicht, aber richtig gefreut (so wie ich es mir immer ausgemalt habe) hat sie sich auch nicht.

Im kommenden Jahr machte ich dann 2 Kalender. Für den Bruder Bausteine, für die Schwester hab ich die Omas mit eingespannt und ein paar Türen verteilt. Ich dachte mir, das ist eine tolle Idee.

Doch wieder wurden die Türen nur verhalten geöffnet und beide Kinder schauten neidisch auf den Adventskalender vom Papa. Ein einfacher Adventskalender aus Schokolade.

“ Du Mama, nächstes Jahr will ich genau so einen wie Papa.“

Irgendwie hat mich das getroffen. Ich hatte mir doch soviel Mühe gegeben und ich fand den Gedanken etwas traurig, dass meine Kinder nur so einen einfachen Kalender bekommen sollten, wenn sie doch einen soviel tolleren, selbstgemachten bekommen könnte. Mein Vorschlag, ihren einfach mit Süßem zu füllen wurde abgelehnt.

Meine Tochter ist gewiss kein undankbares Kind. Sie hält ihre Sachen in Ehren und weiß auch Kleinigkeiten zu schätzen. Vielleicht stresste sie auch die große Menge an Sachen, es sind ja 24 Türchen und das Wissen, dass bereits morgen wieder etwas drin ist. Vielleicht mag sie aber auch einfach lieber Schokolade.

Dieses Jahr gibt es nun also einen Schokokalender für den Papa, das Tochterkind und den Sohnemann. Meine Vorstellung hab ich erstmal ziehen lassen und frage mich, warum mich das eigentlich so trifft. So kann ich mich nun mal wieder selber reflektieren, in wieweit da eventuell andere Sachen mit in meinem Kopf reinspuken. Bin ich da doch wieder in einen Mütterwettbewerb reingerutscht? Versuche ich irgendwelche fremden Erwartungen zu erfüllen? Versuche ich das Idealbild (wer bestimtm das eigentlich…) der perfekten Mutter zu erfüllen und verliere dabei meine Kinder aus den Augen?

Nun ja, zum Glück gibt es die Momente zum Innehalten. Zum Reflektieren und Zeit um mal ein wenig nachzudenken. Das macht doch die Adventszeit eigentlich aus! Innehalten und zur Ruhe kommen!

In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne, ruhige, Voradventszeit 🙂

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