Zwang zum Glück?

Ich wurde vor Kurzem mit dem Spruch konfrontiert, dass ich mein Kind mal zu seinem Glück zwingen sollte…

Diese Aussage hat mich sehr beschäftigt. Generell halte ich nicht viel von Zwängen. Natürlich gibt es Sachen, die müssen gemacht werden, z.B. Zähne putzen, Arztbesuche oder sonstiges.

Aber gezwungen wird bei uns trotzdem nicht. Wir versuchen, auf die Gefühle unsere Kinder Rücksicht zu nehmen und finden immer irgendwie einen Weg. Natürlich geht das nicht immer ohne Konfrontationen ab und es wird auch mal diskutiert, aber im Endeffekt klappt es.

Wenn wir nun bei diesen Dingen schon sehr auf Eigenständigkeit und Selbstbestimmung wert legen, da ist es irgendwie absurd für mich, dies bei Sachen, die Spaß machen sollen, anders zu handhaben.

Bei der Unterhaltung, in der dieser Spruch gefallen ist, ging es um einen mehrtägigen Kindergartenausflug, zu dem meine Tochter nicht mitwollte. Wir haben lange mit ihr darüber geredet, aber sie wollte keine 2 Nächte in einer fremden Umgebung schlafen ohne eine ihr vertraute Bezugsperson. Ihr war klar, dass dieser Ausflug viel Spaß machen würde, trotzdem verzichtete sie. Sie würde im nächsten Jahr dann schauen, ob sie soweit ist.

Ich finde es ganz toll, dass sie da so auf ihr Bauchgefühl hören kann und sich nicht beeinflussen lässt. Ich hoffe, dass sie diese Eigenschaft beibehält und sich auch nicht in 10 Jahren von irgendjemanden sagen lässt, das sie unbedingt dies probieren muss oder jenes machen muss.

Niemand soll besser einschätzen können, was sie sich zutraut oder ihr Spaß macht, als sie selbst! Wir machen ihr zwar Mut und motivieren sie, dennoch nehmen wir ihre Sorgen und Ängste immer ernst!

Wir hoffen, dass sie sich so einem Menschen entwickelt, der stark und sicher durchs Leben kann. Ohne sich zu stark beeinflussen zu lassen, ohne von dem eigenen Weg abzukommen!

IMG_20150523_145539341

Kommentar verfassen